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Geoinformatik, Fernerkundung und Kartographie |
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Gegenstand der Geoinformatik (geographic information science) ist Erfassung, Verarbeitung, Analyse und Visualisierung räumlicher Daten und Strukturen. Diese werden mit informationstechnischen Methoden und Instrumenten erfasst, verarbeitet und veredelt. Die erzeugten Geoinformationen werden mit Modellen und Theorien untersucht und erklärt. Ziel ist die Entwicklung und Bereitstellung aufgabenspezifischer Geoinformationsinfrastrukturen, 2D/3D Geovisualisierung und geovisueller Analyse von Massendaten, softwarebasierte Entscheidungsunterstützung und Handlungsempfehlung bei der Analyse und Bewertung komplexer Raumstrukturen. Die junge Fachdisziplin Geoinformatik ist im Überschneidungsbereich zwischen Erdwissenschaften (insbesondere Geographie und Geodäsie, Kartographie und Fernerkundung) und Informatik angesiedelt.
Grundlage erdwissenschaftlicher Forschung sind raumbezogene Daten, die in täglich rapide anwachsendem Umfang überwiegend digital vorliegen. In diesem Kontext besteht eine Kernaufgabe geoinformatischer Forschung darin, die räumlichen Massendaten – etwa 80 Prozent aller Daten haben einen Raumbezug – einfach zugänglich zu machen, um sie aufgabenspezifisch sinnvoll nutzen zu können. Die Fachgruppe Geoinformatik bearbeitet Forschungs- und Anwendungsprojekte auf folgenden Forschungsfeldern:
- Geoinformations-Infrastruktur: Erzeugung, Management und Bereitstellung einheitlicher, aufgabenspezifischer Geodaten (Geobasisdaten, Geofachdaten, Fernerkundungsdaten).
- Geoinformationssysteme: Entwicklung und Implementierung generischer Geoinformationssysteme mit Schwerpunkt auf Open-Source-Softwaresystemen.
- Geovisualisierung: 2D/3D-Geovisualisierung und geovisuelle Analyse, Visualisierung raumzeitlicher Geodynamik, Atlas- und Umweltkartographie.
Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind eingebunden in regionale, nationale und internationale Kooperationsprojekte. Bezugsräume der Projekte sind überwiegend Berlin-Brandenburg, Deutschland, Südosteuropa sowie die Planeten Mars und Mond.
In der Lehre wird der gesamte Bereich der Geoinformatik (Geoinformationssysteme, Fernerkundung, Kartographie) abgedeckt. Den Schwerpunkt der Geoinformatik-Lehre bildet der Masterstudiengang Geoinformation und Visualisierung. Dieser forschungsbasierte Aufbaustudiengang mit natur- und ingenieurwissenschaftlicher Ausrichtung vereint Lehranteile aus Geoinformatik und Computergrafik auf einen Fundament aus Informatik und Erdwissenschaften. Mit diesem Profil besitzt der Masterstudiengang eine bundesweite Alleinstellung.
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